Carl Gustav Jung    ( * 26.07.1875,   † 06.06.1961 )

C.G. Jung wird am 26. Juli 1875 in Kesswil am Bodensee, im Kanton Thurgau, geboren. Er ist der Sohn des evangelisch-reformierten Pfarrers Johann Paul Achilles Jung und von Emilie Jung, geborene Preiswerk aus Basel.
Die väterlichen Vorfahren kamen ursprünglich aus Deutschland, bis der Großvater als Professor der Chirurgie an der Universität Basel in die Schweiz übersiedelte. Mehrere Verwandte mütterlicherseits und zwei Brüder des Vaters waren Theologen. Der Einfluss von Medizin und Religion, von Naturwissenschaft und Glaube hatte in der Familie immer eine Rolle gespielt. Sein Großvater Carl Gustav hielt sich für einen unehelichen Sohn von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Seine Mutter verfiel oft in Trancezustände, in denen sie seltsame Laute von sich gab und unter anderem Zwiesprache mit Verstorbenen hielt. Dem Sohn blieb sie lebenslang fremd, obwohl sie bereits auf das kleine Kind einen starken Einfluss ausübte. Auch Jung begann in jungen Jahren stark in einer Trance- und Phantasiewelt zu leben. Sein Leben lang glaubte Jung an Spiritismus, Astrologie, Telekinese sowie an das kollektive Bewusstsein der Menschheit. Seine Schwester Gertrud wurde 1884 geboren.

 
ZITATE:
"Erleuchtung erlangt man durch das Erkennen der eigenen Dunkelheit."
"Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt."
 
Arzt und Psychiater

Jung gilt als Gründer der "analytischen Psychologie", einer ganzheitlichen Sichtweise, und wird daher auch als einer der Väter des Holismus angesehen. Der Begriff des Holismus stammt aus dem Griechischen (holon = das Ganze) und wurde von dem südafrikanischen Politiker und General J. C. Smuts (1870-1950) im Jahre 1926 in dem Buch "Holism and Politics" in die wissenschaftliche Diskussion eingeführt.
    Neben Sigmund Freud und Alfred Adler ist er einer der Begründer der Tiefenpsychologie. Er sah in der Beziehung des Menschen zu seiner gesamten Umwelt weniger das Prinzip von Ursache und Wirkung erfüllt, sondern glaubte vielmehr an den Synchronismus von Ereignissen. Unter dem Synchronismus versteht man das nicht zufällige Zusammentreffen von Ereignissen.
    Er wendete sich gegen Freuds Auffassung, dass die kindliche Sexualität die Quelle des Libido ist und stellte den generellen Willen zur Liebe heraus. Er entwickelte ein Modell des Unterbewusstseins, das von Archetypen im kollektiven Unterbewusstsein ausgeht.
 

Werdegang

In Basel verbrachte er seine Kindheit und ging dort auch von 1886 bis 1895 aufs Gymnasium. Nach dem Abitur (Matura) begann er ebenfalls in Basel ein Medizinstudium, das er im Jahre 1900 mit dem Staatsexamen abschloss.
    Danach entschied er sich, sich auf das Fach Psychiatrie zu spezialisieren und erhielt im Dezember des selben Jahres eine Assistentenstelle bei Eugen Bleuler an der Psychiatrischen Klinik "Burghölzli" in Zürich. Im Jahre 1902 promovierte er mit dem Thema "Zur Psychologie und Pathologie so genannter okkulter Phänomene" zum Dr. med. und danach schloss sich ein halbjähriger Aufenthalt in Paris an der Salpetriére an.
    Anfang des Jahres 1903 heiratete er Emma Rauschenbach, mit der er insgesamt fünf gemeinsame Kinder hatte. Von 1903 bis 1905 war er dann Volontärarzt und von 1905 bis 1909 Oberarzt am "Burghölzl". In den Jahren 1905 bis 1913 war er außerdem als Privatdozent an der Universität Zürich tätig. Ab 1906 bekannte er sich öffentlich zu der Psychoanalyse Sigmund Freuds, den er 1907 persönlich kennen lernte. Wegen persönlicher Auseinandersetzungen mit seinem Chef Bleuler verließ er im Jahre 1909 die Klinik und gründete darauf eine Privatpraxis in Küsnacht bei Zürich.
    Im März 1910 wurde ihm in Nürnberg die Ehre der Wahl zum 1. Präsidenten der neu gegründeten "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung" erteilt. Er blieb für vier Jahre in diesem Amt. Der Bruch mit Freud erfolgte auf Grund erheblicher fachlicher Differenzen im Jahre 1913.
    Eine schwere Erkrankung zwang ihn in den Jahren 1913 bis 1917 von beruflichen Aktivitäten Abstand zu nehmen. Er nannte diese Zeit später eine "kreative Erkrankung", die seiner Meinung nach zu einer freiwilligen Konfrontation mit seinem Unterbewusstsein führte.
    Im Jahre 1920 reiste er zu Studien fremder Kulturen nach Afrika und 1924/25 zu den Pueblo-Indianern in Nordamerika. Der Tod seiner Mutter im Jahre 1923 führte ihn immer mehr dazu, an seiner eigenen mythologischen Sicht der Welt zu arbeiten. Auch alchemistische Studien betrieb er in dieser Zeit. Ab 1933 bis 1941 lehrte er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich das Fach Psychologie. Im Jahre 1944 übernahm er eine Professur an der Universität Basel.
Carl Gustav Jung starb am 06. Juni 1961 in seinem Haus in Küsnacht bei Zürich.

 

Über die genaueren Beschreibungen seiner Theorien und und seiner Arbeit habe ich so viel Textmaterial gefunden, dass es zu viel ist, um es hier zu veröffentlichen. Darum gebe ich hier einfach mal ein paar Links an, unter denen es reichlich Informationen zu diesen Themen gibt:

Links zu Infoseiten über Jung, seine Theorien und seine Arbeit:

http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung
http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/WISSENSCHAFTPSYCHOLOGIE/PSYCHOLOGEN/Jung.shtml
http://www.oana.de/cgjungbio.htm



Link zur Infoseite über Sigmund Freud
 

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